Zur Bedeutung des beutellosen Staubsaugers für die Intelligente Suche

Angeblich stehen Alltagsgeräte und das Thema Intelligente Suche nicht unbedingt in einem klaren inhaltlichen Zusammenhang. Warum eigentlich nicht? Mit einem Augenzwinkern möchte ich mich an das Thema herantasten. Was kann Intelligente Suche leisten und das in Bezug auf einfache Haushaltsgeräte? Es ist der Versuch, eine Brücke von einem zum anderen Thema zu schlagen.

Der Test über allseits bekannte Suchmaschinen ergibt: Wer sich für beutellose Staubsauger interessiert, bekommt im Wesentlichen Shopping-Möglichkeiten und Testergebnisse verschiedener Modelle angeboten. Bei der Suche nach “Intelligenter Suche” stehen eine Reihe von Anbietern von Software-Lösungen aus dem Kompetenzfeld Suche an erster Stelle. Okay, so klar wie in meiner Vorstellung ist es also vielleicht nicht. 

Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass sich ohne Probleme eine eindeutige Verbindung zwischen den beiden Themenbereichen finden lässt.

Der beutellose Staubsauger als Metapher

Putzen und die Suche nach notwendigen Informationen sind gleichermaßen Tätigkeiten, die uns Menschen seit langem kennzeichnen. Wenn wir putzen, halten wir unsere Umgebung rein und uns gesund. Das ermöglicht es uns, nicht einfach nur vor uns hin zu vegetieren, sondern unseren Geist zu nutzen, neue Ideen zu entwickeln, auszuprobieren und uns als Menschheit weiterzubringen. 

Und die Suche nach Informationen oder nennen wir es Wissensdurst und Neugier sind ein weiterer Motor neuer Erfindungen. Letztlich bewirken Putzen und die Suche nach Informationen also das Gleiche.

Gut, es mag Zeiten hier in Europa gegeben haben, wo der allgemeinen Hygiene eher wenig Aufmerksamkeit zukam – eine Zeit, in der auch geistig nur wenige Höhenflüge unternommen wurden. Aber ist das denn Zufall?

Wenn Putzen und Wissensdurst das Gleiche bewirken, wo verorten wir dann den beutellosen Staubsauger und die Intelligente Suche? 

Beginnen wir wieder mit dem Putzen: im Grunde könnte man wahrscheinlich ein ganzes Buch über die Entwicklungsgeschichte des Putzens schreiben. Begonnen hat der Mensch womöglich mal ganz einfach mit den eigenen Händen, die Dreck weggewischt haben, oder mit dem Mund, der ihn weggepustet hat. (Ich habe dahingehend nicht recherchiert, sondern stütze mich lediglich auf Vermutungen.) Eine nächste Entwicklungsstufe beim Putzen stellen wahrscheinlich so etwas wie Stofflappen und der gute alte Reisigbesen dar, also einfache Werkzeuge, die es uns erleichtern, zu putzen, ohne den ganzen Dreck danach an uns selbst kleben zu haben. Und dann ist es soweit: gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird der erste Staubsauger erfunden (ja, das habe ich recherchiert). Von umständlich großen und schweren Geräten hin zum kleinen, niedlichen Staubsaugroboter (“Robbi”) sind wir nun in etwas mehr als 100 Jahren gekommen. 

Ich erinnere mich noch an das alte Modell, was wir in meiner Kindheit hatten. Es war so schwer, dass ich es nur selten die Treppen zu meinem Kinderzimmer hoch gewuchtet habe, um dort staubzusaugen (Ganz bestimmt war das der Grund, warum ich nie staubsaugen wollte.) Nicht nur sind wir dieses unnötige Gewicht mittlerweile losgeworden: Der beutellose Staubsauger punktet  eindeutig mit der Tatsache, keinen zusätzlichen Müll zu verursachen, ist also im Bereich Nachhaltigkeit allererste Sahne. Allerdings kann man sich beim beutellosen Staubsauger, nachdem das Gewicht als Ausrede heutzutage sowieso ausfällt, nicht mal durch das Fehlen neuer Beutel vorm Staubsaugen drücken. 

Das geht natürlich mit den heutzutage käuflichen Staubsaugrobotern. Die sind schon ziemlich schlau, dabei auch nachhaltig und ermöglichen es uns, die Füße hochzulegen und dem Roboter einfach bei der Arbeit zuzuschauen. Oder eben zwischendurch mal aufzustehen und ihn unter dem Sofa zu befreien, wo er sich festgefahren hat. Oder das nervige Piepen abzustellen, weil er ein Stück Lego gefressen hat. Oder man hat eben Türschwellen zwischen den Zimmern in seinem schönen Altbau und muss doch zum guten beutellosen Staubsauger zurück.

Gut. Soviel zum Staubsauger. Zurück zur Suche, zum Wissensdurst und der Frage nach dem Sinn des Lebens. Ebenso wie beim Putzen lässt sich auch hier eine Entwicklung erkennen. Fragen haben sich Menschen wohl schon sehr lange gestellt. Spätestens mit der Entwicklung menschlicher Sprache kam auch das Fragen. Vermutlich aber schon vorher, denn als soziale Wesen interagieren wir ja miteinander. Und da stellt sich schon mal die Frage, ob man von der Beute des anderen vielleicht etwas abhaben kann. Im Tausch gegen das neu hergestellte Werkzeug. So oder so ähnlich stelle ich mir das zumindest vor. Fragen dienen eben der sozialen Interaktion. Das können ganz unterschiedliche Fragen sein, aber eines ist ihnen gemein: Wenn ich eine Antwort bekomme, verändert sich mein Wissensstand. Wie wir wissen, kann die Antwort natürlich Quatsch sein. Oder eine Lüge. Spätestens zu Querdenker-Zeiten sollte das jedem bewusst sein. 

Die einfachen Fragen und Interaktionen in der frühen Geschichte der Menschheit lassen sich metaphorisch gleichsetzen mit der Tätigkeit des Dreckwegwischens. Involviert darin sind unser Geist und unsere Hände gleichermaßen als elementare Werkzeuge. 

Sehr alt in der Entwicklungsgeschichte der Suche nach Informationen sind natürlich auch Geschichten, also Wissen, das Menschen mündlich von Generation zu Generation weitergeben. Irgendwann begannen wir Menschen, Informationen niederzuschreiben. Religiöse Geschichten, aber auch einfache Gedächtnishilfen wie Lagerbestände oder Bestellungen gehören zu den ältesten heute bekannten Dokumenten, die in geschriebener Sprache verfasst sind (ja, Höhlenmalereien sind noch ein kleines bisschen älter). 

Und mit der Erfindung des Buchdrucks, mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg, sind wir auch hier bei den ersten ausgefeilten Werkzeugen angekommen. Die Verfügbarkeit von Wissen, das gesucht werden kann, erhöht sich mit großen Bibliotheken gedruckter Bücher ungemein. Aber ebenso wie es einiges an Aufwand erfordert, einen schweren Staubsauger eine Treppe hoch zu wuchten, den Stecker in die Steckdose zu stecken, zu saugen, den Staubsauger wieder herunterzutragen, den Beutel wegzuschmeißen und einen neuen einzusetzen, war auch die Suche nach Informationen in Bibliotheken mitunter langwierig: Das richtige Buch unter Tausenden von Büchern zu finden und im Buch dann die richtige Passage, das kann Stunden oder sogar Tage brauchen. 

Zu unserem Glück erleichtern uns Computer und das Internet die Suche nach Informationen heute ungemein. Suchmaschinen vereinfachen für uns viele alltägliche Situationen: Wo ist das bestbewertete Asia-Restaurant in meiner Umgebung? Wie lange hat noch mal die Apotheke um die Ecke offen? Ich brauche neue Hosen, ich suche mir welche und bestelle sie. So einfach, oder? 

Mit der Verfügbarkeit vieler Informationen über das Internet ist es aber nicht getan. Auch heute braucht es einiges an Aufwand, gezielt das zu finden, was gesucht wird. Dieser Aufwand sollte aber nicht beim Suchenden liegen. Ebenso wenig wie ich mich darum kümmern möchte, staubzusaugen, möchte ich nicht erst viele Suchen abfeuern, bis ich finde, was ich suche. Idealerweise drücke ich auf den Knopf meines Staubsaugroboters, lege die Füße hoch und während gesaugt wird, suche ich auf meinem Smartphone nach “bequeme Hose”. Weil die Suche im Shop meines Vertrauens intelligent ist, weiß sie, dass die meisten Leute Jeans suchen. Der Shop meines Vertrauens weiß aber auch, was bequem heißt und bietet mir nicht etwa Jeans an, sondern Jogginghosen. Hinter diesem Verständnis, das uns Menschen intuitiv erscheint, steckt eine Menge Aufwand. Aufwand auf Seiten der Entwickler der Suche. Ebenso wie auch in einen Staubsaugroboter viel technisches Know-How gesteckt wurde. 

Eine intelligente Suche ist also vergleichbar mit dem Staubsaugroboter: unglaublich hilfreich, manchmal aber stecken noch ein paar Macken drin, die im Hintergrund ausgebügelt werden müssen. Aber wo sehen wir jetzt den guten beutellosen Staubsauger?

Wir können ihn als Metapher sehen für eine Suche, die nicht dem klobigen Standard entspricht, sondern für eine leicht händelbare und zuverlässige Suche: ein bisschen Arbeit beim Putzen oder beim Suchen bleibt am Putzenden oder Suchenden hängen, aber es geht schnell und hinterher überwiegt ein positives Gefühl. 

Aber idealerweise wünschen wir uns natürlich alle einen Staubsaugroboter. Und während der saugt? Wer weiß, vielleicht stecke ich währenddessen mal meine ganze Energie in die Verbesserung von Sprachmodellen, damit ich mir automatisch einen Blogartikel zur Relevanz von Regenwetter für die Intelligente Suche schreiben lassen kann.

Autorin

Cornelia Werk

Cornelia Werk ist bei der Neofonie als Consultant für die Bereiche Data Science und NLP verantwortlich. Als Schnittstelle zwischen unseren Kunden und Entwicklern erarbeitet sie individuelle Lösungen rund um Künstliche Intelligenz. Sie ist studierte Linguistin und hat bereits als Data Analystin fundierte Erfahrungen in den Bereichen intelligente Datenanalyse, KI und Qualitätsmanagement sammeln können.