KI und Forschung - 06 | 21

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Im Bereich KI gibt es in dieser Ausgabe: 

Google im Blog

Spannende Neuigkeiten gab es auf der diesjährigen Google I/O Konferenz. So kündigte Google unter anderem ein Konversations-Sprachmodell der nächsten Generation namens LaMDA, ein Suchmodell namens MUM, das tausendmal leistungsfähiger ist als sein BERT-basiertes Gegenstück, und die vierte Generation seiner TPU-Chips an.

Eine weitere spannende Veröffentlichung von Google, nicht auf der I/O Konferenz sondern im Google AI Blog, ist das Paper KELM: Integrating Knowledge Graphs with Language Model Pre-training Corpora. Google erforscht die Umwandlung von Wissensgraphen in synthetische natürlichsprachliche Sätze, um bestehende Pre-Training-Korpora über eine Verbalisierungspipeline zu erweitern. Dabei wird eine Methode namens TEKGEN verwendet, um Knowledge Graph-Fakten in natürlichsprachlichen Text zu konvertieren, der dann zur Verbesserung von Modellen zur Verarbeitung natürlicher Sprache verwendet werden kann.

KELM ist ein Akronym für Knowledge-Enhanced Language Model Pre-training. Modelle zur Verarbeitung natürlicher Sprache wie BERT werden normalerweise auf Web- und anderen Dokumenten trainiert. KELM schlägt vor, vertrauenswürdigen faktischen Inhalt wissenserweitert) zum Sprachmodell-Pre-Training hinzuzufügen, um die faktische Genauigkeit zu verbessern und Bias zu reduzieren.

F&E in der Wirtschaft

Der Stifterverband hat seine jährliche Studie zu den Forschungs und Entwicklungsaufgaben in der deutschen Wirtschaft vorgestellt. Der Bericht umfasst dabei das Jahr 2019. Auf zwölf Seiten fassen die facts die zentralen Ergebnisse der im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband durchgeführten Datenerhebung zu Forschung und Entwicklung (FuE) im Jahr 2019 zusammen. In aller Kürze zusammengefasst, die Forschungsausgaben steigen im sechsten Jahr in Folge Insgesamt wird über alle Sektoren zusammen inzwischen 3,18 Prozent des BIPs für FuE aufgewendet. Umgerechnet sind das Ausgaben von 75,8 Milliarden € im Jahr 2019, zu dem auch die Neofonie, die Muttergesellschaft von ontolux, aktiv beigetragen hat.

KI und Berufe der Zukunft

Abschließend noch eine gute Nachricht, für alle, die Angst haben in naher Zukunft durch KI und Maschinen ersetzt zu werden. In einer Studie des US-Ökonom Erik Brynjolfsson kommt dieser zu dem Schluss, das sich jeder “Beruf verändert sich, aber nahezu keiner fällt komplett weg“. Ganz ohne Auswirkungen ist die fortschreitende Einführung von KI aber nicht. Obwohl die wirtschaftlichen Auswirkungen von ML heute relativ begrenzt sind und wir nicht vor dem bevorstehenden „Ende der Arbeit“ stehen, wie manchmal verkündet wird, sind die Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Arbeitskräfte in der Zukunft tiefgreifend.

Autor

Dr. Till Plumbaum

Till Plumbaum verantwortet als COO die Bereiche KI, maschinelles Lernen, natürliche Sprachverarbeitung (NLP), Personalisierung, Empfehlungssysteme, Suche und Information Retrieval.